Eine „Kultur der Wahrheit?“

Chancen und Grenzen des neuen Wissenschaftlichen Beirats des UN-Generalsekretärs

Dieser Beitrag erscheint parallel auf dem Bretterblog.

Vorstellung des Wissenschaftlichen Beirats im Auswärtigen Amt, (c) photothek/Gottschalk

Vorstellung des Wissenschaftlichen Beirats im Auswärtigen Amt, (c) photothek/Gottschalk

Die Vereinten Nationen bewegen sich auf ein Jahr der Weichenstellungen hin. 2015 sollen unter anderem die Nachfolgeziele der Millenniumentwicklungsziele (MDGs) von einem Sondergipfel im September verabschiedet werden; die UN-Generalversammlung will einen erneuten Versuch wagen, den Sicherheitsrat – nun aber wirklich – zu reformieren und in Paris soll ein rechtlich verbindliches Abkommen zur Bewältigung des globalen Klimawandels verabschiedet werden.

Angesichts dieser Agenda kann der UN-Generalsekretär jede Unterstützung gebrauchen. Zur wissenschaftlichen Flankierung des politischen Ringens um tragfähige Kompromisse hat Ban Ki-Moon einen Wissenschaftlichen Beirat (Scientific Advisory Board, SAB) ins Leben gerufen. Diesem gehören 26 namhafte Wissenschaftler_innen aus der ganzen Welt an. Der Beirat, der auf eine Empfehlung des Panels for Global Sustainability (unter Vorsitz der Präsidenten Finnlands und Südafrika) zurückgeht, feierte am Donnerstag, 30.01.2014, seine konstituierende Sitzung im Auswärtigen Amt in Berlin.

Aufgaben und Relevanz noch zu klären

Die genauen Aufgaben des „höchsten Wissenschaftsgremiums der Welt“ (Spiegel Online) sind allerdings noch recht vage gehalten. Grundsätzlich soll es den Generalsekretär und die anderen Leiter von UN-Organisationen in Wissenschaftsfragen beraten. Thematisch soll es sich schwerpunktmäßig mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigen und dabei in der Tat den Post-MDG-Prozess unterstützen, dessen Bedeutung Ban in seiner Rede in Berlin unterstrich.

Ob es dem Beirat dabei gelingt, die Rolle von wissenschaftlichen Erkenntnissen in den Entscheidungsfindungsprozessen der Vereinten Nationen zu erhöhen, wie die offizielle Aufgabenbeschreibung formuliert, bleibt noch abzuwarten. Das Gremium trifft sich zweimal im Jahr und bestimmt seine genaue Agenda (neben der Bearbeitung konkreter Aufträge des Generalsekretärs) selbst. In welcher Form es sich dann äußert – Berichte, Stellungnahmen oder Analysen – muss es erst noch entscheiden. Impulse zu aktuellen Entwicklungen sind so nur sehr bedingt möglich, zudem es bislang keine_n Leiter_in oder Untergremien gibt. Immerhin stellt die UNESCO als wichtigste mit Wissenschaft befasste Sonderorganisation dem Beirat ein Sekretariat zur Verfügung.

Der Beirat muss also seine eigene Relevanz noch unter Beweis stellen. Gerade im Bereich Nachhaltigkeit haben die Vereinten Nationen hochrangige und erfolgreiche Wissenschaftsgremien, welche die aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse zum Klimawandel (IPCC) und biologischer Vielfalt (IPBES) zusammenstellen und in die jeweiligen politischen Entscheidungsgremien hineintragen. Nicht zufällig sind die beiden Leiter dieser Gremien auch Mitglieder im SAB. Dazu wird der Prozess der Millenniumsentwicklungsziele von einem weiten Spektrum von regelmäßigen Indikatoren und Berichten begleitet, welches die globale Diskussion um Armutsbekämpfung und Entwicklungszusammenarbeit auf eine neue Ebene gehoben hat.

Diese Tiefe kann und soll der Beirat nicht erreichen. Ihm geht es vielmehr um einen „holistischen“ Ansatz, wie Ban in Berlin unterstrich. Anstatt einen Forschungsstand aufzuarbeiten soll das SAB das „verstreute Wissen“, so UNESCO-Generaldirektorin Bokova, zusammenbringen und in eine politikverständliche Sprache verpacken. Daher sind die im Beirat vertretenen Disziplinen recht vielfältig. Neben Biologen, Chemikern und Physikern finden sich dort auch eine Politikwissenschaftlerin (Maria Ivanoya aus Bulgarien, die in den USA lehrt) und ein Historiker (Sir Hilary Beckles aus Barbados). Für Innovation soll dabei auch Hayat Sindi sorgen, die in Jedda (Saudi-Arabien) ein „Institut für Vorstellungskraft und Einfallsreichtum“ leitet (dahinter verbirgt sich vor allem die Förderung sozialen Unternehmertums). Aus Deutschland sitzt der Mikrobiologe Jörg Hacker im Beirat, Vorsitzender der Leopoldina, der Deutschen Akademie für Naturforscher in Halle.

Wissenschaft ist stets umkämpft

SAB BannerEs klingt in der Tat bestechend. Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse sollten stets die Grundlage vernünftiger Politik sein. Moderator Ranga Yogeshwar ging noch einen Schritt weiter und fragte, ob nicht die in der Wissenschaft vorherrschende „Kultur der Wahrheit, nach der wir Wissenschaftler alle streben“ auch richtungsweisend für die häufig zerstrittene Politik sein könne.

Eine Wahrheit als Ziel der Wissenschaft oder gar der Politik? Hier taten sich doch Abgründe auf. Wissenschaft lebt von der kontroversen Diskussion. Die meisten Erkenntnisse, sowohl in Natur- als auch in Geistes- und Sozialwissenschaften, sind eben nicht wie das Gesetz der Schwerkraft, das Yogeshwar als Beispiel nannte. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der wissenschaftlichen Gemeinschaft, Forschungsergebnisse zu überprüfen und immer wieder kritisch zu hinterfragen. Nicht zuletzt die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Weltklimarat IPCC hat die Bedeutung und politische Relevanz von Szenarien, die verschiedene mögliche Entwicklungen basierend auf unterschiedlichen Annahmen durchrechnen, gezeigt. Wissenschaft kann (wenn überhaupt) nur Wahrscheinlichkeiten bestimmen.

Selbst etablierte Wissenschaftler machen Fehler, mit teilweise fataler Wirkung. Der IPCC gab eine falsche Prognose für die Gletscherschmelze im Himalaya heraus, die nur auf einem Interview und nicht auf erhobenen Daten basierte. Zwei Harvard-Ökonomen machten Fehler in einer Excel Tabelle und kamen so zu dem Schluss, Länder mit einer hohen Staatsschuldenquote hätten stets ein niedrigeres Wachstum zu erwarten –  in der Finanzkrise müssten Regierungen also möglichst stark auf einen Sparkurs setzen im Vergleich zu schuldenfinanzierten (keynesianischen) Konjunkturpaketen.

Daher ist also Vorsicht geboten vor der Vorstellung, Politik könne nur eine Sachentscheidung auf der Basis wissenschaftlicher Fakten sein. Insbesondere wenn es um politische Handlungsempfehlungen geht, sind stets Wertentscheidungen mit von der Partie. Welche Kosten z.B. bei der Bewältigung des Klimawandels sollen zukünftige Generationen tragen, welche sind kurzfristig vermittelbar? Wie bewerten wir den unsicheren zukünftigen Nutzen aus noch unentdeckten Pflanzenarten in einem Naturschutzgebiet (also den Erhalt biologischer Vielfalt) gegenüber einer Industriepolitik, die mit zur Armutsbekämpfung beitragen kann? Gute (und transparente) Kommunikation, so IPCC-Vorsitzender Pachauri, ist also ganz entscheidend. Dies gilt gerade auch für die auch wissenschaftlichen Empfehlungen zu Grunde liegenden Wertentscheidungen.

Gelegenheit der Vernetzung und Impulssetzung

Auf diese Fragen wies auch die sechsköpfige Gruppe „junger Wissenschaftler“ hin, die zum Abschluss ein eigenes Statement verlasen. Als jemand, der sich für die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler_innen im Bereich Vereinten Nationen einsetzt, freute es mich natürlich ganz besonders, dass junge Wissenschaftler zu Wort kamen (auch wenn nicht klar war, wie diese ausgewählt worden waren). Ganz gleich, welche Entscheidungen ihr trefft und welche Empfehlungen ihr gebt, so die Botschaft, „wir werden die Konsequenzen erben.“

Die privilegierte Position eines Wissenschaftlichen Beirats des UN-Generalsekretärs bringt somit auch eine nicht unerhebliche Verantwortung mit sich. Neben seiner eigentlichen Beratungsfunktion kann der Beirat also möglicherweise auch einige Impulse für die Wissenschaftspolitik setzen. Wissenschaft auf der ganzen Welt inklusiver gestalten und das Gespräch mit der Öffentlichkeit suchen, sei so eine Aufgabe, forderten die jungen Wissenschaftler. Daten und Ergebnisse müssten für alle frei zugänglich sein und Wissen transparent gemacht werden.

Um dies leisten zu können, müsste der Beirat jedoch eine vernehmbare Stimme erhalten. Dazu müsste er auch mit anderen Organen der Vereinten Nationen, insbesondere der Generalversammlung und ihrem Präsidenten, zusammen arbeiten können. Er sollte nicht nur für den Generalsekretär, sondern auch für die Mitgliedstaaten bereit stehen und sich zu spezifischen Fragen im Rahmen des Post-MDG-Prozesses äußern können. Wenn dies gelingt, könnte er durch die Art und Weise seiner „ganzheitlichen“ Beratung einen kritischen, offenen Umgang mit wissenschaftlichen Ergebnissen weltweit einfordern und somit als Multiplikator und Vorbild für die internationale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik dienen.

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From EFA to EQuEL – About the Road Towards a Universal Education Agenda

In 2015, the Milllennium Development Goals (MDGs) as well as the Education for All (EFA) framework will expire. The EFA goal of ensuring universal primary education – as one of six goals which range from expanding early childcare and education to improving adult literacy – found way into the MDGs. This elicits the overlapping scope of both frameworks.  Unfortunately, the UN will reach these two major milestones of its development efforts while none of them is fully achieved. What lessons can be drawn and what visions can be developed? And what comes next? To answer these questions, the UN facilitates a global conversation embracing regional and national as well as eleven global thematic consultations (on health, education, energy, water – to just name a few) to develop a post-2015 development agenda.

A vision for post-2015 education efforts was developed at the Global Thematic Consultation on Education, held in Dakar, Senegal in March 2013. There, representatives from the Arab World, Africa, Latin America and the Caribbean as well as Asia and the Pacific took a clear stance for a rights-based, inclusive, sustainable, clearly defined, holistic, balanced, and universal education agenda. Hence, the concept of  ‘Equitable, Quality Education and Lifelong Learning for All’ (EQuEL) was coined. In November 2013, the UNESCO General Conference reaffirmed this goal and its universal relevance which should “mobilize all countries, regardless of their development status” (UNESCO 37C/56).

This post is a critical comment on certain tendencies within this process by analysing the Regional Thematic Consultation on Edcuation with so-called Group I countries (Western European and North American states) concept note, which took place in December 2013 in Paris. Two aspects are central: the enhancement of an aid-perspective and the need for a broader consideration of inclusiveness as a challenge for all (!) education systems.

Accordingly, the „Group I“ concept paper includes the question Why is the post-2015 education agenda relevant to Western Europe and North America?” This seems to reveal some need to establish a not so obvious link between the EFA framework and this geographical region. Accordingly, the Regional Consultation`s concept note states: “The meeting will discuss challenges and requirements of education for the future among Group I countries; debate on how these could be reflected in the post-2015 education agenda based on future policy priorities from a regional perspective and reflect on their implications for the post-2015 education agenda from an aid perspective.” So, “Group I“ countries take to a large extent the role of donors solely. For me an aid-perspective is too narrow and reveals some inherent exclusionary tendencies. Conversely, the assertion that “new requirements in education as well as emerging trends and broader socioeconomic development trends and challenges (…) affect developed and developing countries alike” further manifests a distinctive hierarchy between education systems.

Although the concept paper detects deficits for “Group I“ countries in the context of PISA results and the non-neglectable impact of the pupils‘ socio-economic background on their performance and skills, it has blind spots. The paper remains silent on educational provisions for children with special needs – a fundamental aspect of inclusiveness as anchored in the upcoming global agenda`s EQuEL-paradigm. Further, the non-recognition of children with special needs in standardized tests like PISA remains unconsidered. Keeping in mind that the overrepresentation of children from ethnic minorities and/or with poorer social backgrounds in special schools is a common pattern among many Western European countries, this indifference is at least astonishing and certainly deplorable.

Hence, if one expected outcome of this Regional Consultation is that information [is] made available on good practices in education policies and practices in Group I countries” than these should be shared also among Group I countries. This is certainly necessary against the background of huge differences in the development of inclusive school systems among European countries. By the way, what about good practices of “non-Group I countries”?

A truly universal EQuEL-education framework offers the unique chance to reconsider well established global hierarchies of donors and receivers and their respective education systems. Certainly, fundamental challenges lie ahead in countries of the Global South in order to achieve qualitative and accessible education, especially regarding the high number of out-of-school children. But when it comes to equity and inclusion, countries of the Global North have to seriously take up the challenge of inclusion as well.

Über die Zukunft der Bildung

Als Teil der Global Consultation on Education in the post-2015 Development Agenda fand im Dezember 2013 die regionale Konsultation der westeuropäischen und nordamerikanischen Staaten (Gruppe 1) in Paris statt. Über die Bedeutung und Ergebnisse dieses Treffens konnten wir mit Frau Reiplinger (BMZ) sprechen, die an diesem Treffen teilgenommen hat.

Was sind die zentralen Ergebnisse dieser regionalen Konsultation? Was ist das Spezifische an der Rolle der sogenannten „Group I countries“?

In Paris wurde eine Vielzahl wichtiger internationaler Bildungsthemen diskutiert, so die zentralen Leitthemen Qualität und Chancengerechtigkeit in der Bildung. Zentrale Ergebnisse waren aus Sicht des BMZ die Bekräftigung des Konsenses zur Bedeutung dieser Themen sowie die Einigung zum weiteren Vorgehen: Die UNESCO wird nun schnellstmöglich eine Roadmap vorlegen, die angibt, wann und wie konkrete Vorschläge für Unterziele sowie Indikatoren erarbeitet werden. Diese sollen Grundlage sein für die Diskussion der internationalen Gemeinschaft bei den nächsten Treffen, die sich mit der Ausgestaltung eines eventuellen Bildungsziels der künftigen globalen Entwicklungsagenda befassen. UNICEF wird die UNESCO bei dieser Aufgabe weiter unterstützen.

Die Rolle der UNESCO Regionalgruppe I ist in diesem Prozess eine doppelte: Einerseits gehören ihre Mitglieder zu den Geberländern, die die Erreichung von Entwicklungszielen finanziell und technisch unterstützen – fast alle der „klassischen“ Geberländer sind Mitglieder dieser Gruppe, so auch Deutschland. Gleichzeitig soll die neue Agenda universell anwendbar sein, also auch Bedeutung für die Geberstaaten haben. Wie dies konkret ausgestaltet wird, ist noch offen.

Equitable, Quality Education and Lifelong Learning for All” wurde im Rahmen der Konsultationen in Dakar (Senegal) im März 2013 formuliert – als aus Sicht der „Bildungs-Community“ wünschenswertes Ziel für eine zukünftige globale Entwicklungsagenda. Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus für die deutsche und internationale Entwicklungszusammenarbeit?

Das bildungsbezogene Ziel der aktuellen Agenda fokussiert auf die Bereitstellung von Primarbildung für alle und ist damit wesentlich enger gefasst. Das hat in den vergangenen Jahren zwar zu einer beachtlichen Verbesserung der Einschulungsraten auf dieser Stufe geführt, jedoch sind andere Bereiche dafür vernachlässigt worden, wie z.B. der Aspekt der Qualität von Bildung, was sich heute an oft sehr schlechten Lernergebnissen in Entwicklungsländern zeigt. Der Vorschlag für eine neue Formulierung ist viel breiter gefasst und würde damit ein ganzheitliches Vorgehen, also den Blick auf das gesamte Bildungssystem, erlauben. Diesem Ansatz hat sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Übrigen bereits mit der BMZ-Bildungsstrategie „Zehn Ziele für mehr Bildung“ verschrieben. Gleichzeitig müssen wir uns noch stärker bemühen, benachteiligte Bevölkerungsgruppen in der Bildung zu erreichen.

Herausforderung eines so umfassenden Anspruchs in einer neuen Agenda wäre entsprechend mehr denn je eine enge Abstimmung und Koordinierung mit allen relevanten Partnern bezüglich der Bedarfe in den jeweiligen lokalen Kontexten und den Möglichkeiten zur Umsetzung.

Allerdings können wir zum jetzigen Zeitpunkt über ein mögliches zukünftiges Bildungsziel nur spekulieren: Die zukünftige Agenda für nachhaltige Entwicklung wird erst im Herbst 2015 verabschiedet werden – wie Bildung darin verankert sein wird, ist offen. Die Wichtigkeit von Bildung für Entwicklung wird aber allgemein anerkannt.

Im Jahr 2015 laufen sowohl das EFA-Programm als auch die MDGs aus. Sollten bildungsbezogene Ziele für die Zeit nach 2015 Teil einer umfassenden Entwicklungsagenda werden oder sollte es eine eigene Bildungsagenda geben?

Die von der UNESCO koordinierte „Education for All“ (EFA) Initiative aus dem Jahr 2000 ist eine umfassende Bildungsagenda mit sechs Zielen zu den zentralen Bereichen und Themen der Bildung – sie deckt damit wesentlich mehr ab als die bildungsbezogenen Ziele der Millennium Development Goals (MDGs). Sie wird von den 164 unterzeichnenden Staaten getragen und hat damit international weitreichenden Konsens und Sichtbarkeit. Deshalb konnte sie viel Bewegung in die internationale Bildungsförderung bringen – zum Beispiel wurde die wichtige Global Partnership for Education (GPE) im Rahmen von EFA gegründet.

Aus aktueller Perspektive müssen wir natürlich neu bewerten. Falls Bildung mit der oben genannten – oder einer ähnlichen – Formulierung in der zukünftigen Agenda verankert wird, wären die wichtigen Bildungsthemen breiter abgedeckt. Eine Doppelung bildungsrelevanter Agenden mit ähnlichen Inhalten aber könnte einer Bündelung von Kräften entgegenstehen.

Im Rahmen der letzten UNESCO Generalkonferenz im November 2013 wurde daher beschlossen, dass EFA zukünftig in eine übergreifende Agenda integriert sein soll, wobei die genaue Ausgestaltung offen ist. Diese Entscheidung ist aus unserer Sicht erst einmal gut nachvollziehbar und tragbar. Allerdings hängt die letztliche Beantwortung zentral davon ab, ob Bildung in der post-2015 Agenda für nachhaltige Entwicklung umfassend reflektiert sein wird.

Das Interview führte Julia Biermann.