UNblogged: Wissenschaftliches Bloggen über die Vereinten Nationen

Ein Erfahrungsbericht

Teil des Blog-Karnevals über die deutsche Blogszene in den Internationalen Beziehungen, angestoßen von Ali Arbia in der ZIB

 

Blogging ist in der deutschen IB-Gemeinschaft noch stark unterentwickelt, wie Ali Arbia in seinem aktuellen Beitrag in der Zeitschrift für Internationale Beziehungen herausstellt. Dies ist der Anlass für einen „Blogkarneval“, in dem deutsche IB-Blogs ihre Erfahrungen diskutieren. Auch wir als AG Junge UN-Forschung möchten dazu einen kleinen Beitrag aus unserer bisherigen Erfahrung leisten.

Warum bloggen über die Vereinten Nationen?

Ali Arbia gibt bereits in seinem ZIB-Beitrag einen guten Überblick über die grundsätzlichen Funktionen eines Blogs in der Wissenschaft (Lehre, akademischer Austausch, Kommunikation nach außen, politischer Diskurs). Für unseren Blog, der eine Perspektive von Nachwuchswissenschaftler_innen auf das System der Vereinten Nationen und damit verbundene Themen und Herausforderungen bieten möchte, will ich die Elemente des Austauschs und der Kommunikation herausgreifen.

UN-Forschung kann man aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln betreiben, insbesondere Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften dominieren hierbei. Normalerweise sind die jeweiligen Fachdiskurse jedoch mit Scheuklappen verbunden und haben hohe Hürden für einen interdisziplinären Austausch etabliert, insbesondere hinsichtlich Vokabular, Methoden und Forschungsinteresse. Der Blick auf den gleichen empirischen Gegenstand der Vereinten Nationen ermöglicht grundsätzlich, diese Hindernisse etwas aufzureißen. Ein Blog ist dafür besonders geeignet, weil er eine einfachere Sprache benutzt und nicht in anderen Disziplinen unbekannten Zeitschriften versinkt.

Gleichzeitig ermöglicht der Blog, sich an eine potentiell größere Öffentlichkeit zu wenden als in reinen Fachzeitschriften. Gerade für Nachwuchswissenschaftler_innen bietet er geringe Zugangshürden und ermöglicht es, den akademischen Austausch zu einem spezifischen Forschungsgegenstand auf informelle Weise kennen zu lernen. Wir haben zum Beispiel vor kurzem eine Serie zu unserem letzten Forschungskolloquium gestartet, zu der die Autoren einzelner Papiere des jährlich von der AG organisierten Kolloquiums beitragen. Allerdings erreichen die meisten Blogs (noch) nur Leute, die bereits ein Spezialinteresse an den Vereinten Nationen oder IB haben. Diese müssen aber nicht notwendigerweise ein wissenschaftliches Interesse an dem Thema haben.

Ist der Aufwand vertretbar?

Einer der häufigsten Einwände gegen das (wissenschaftliche) Bloggen ist der damit verbundene Zeitaufwand. Davon abgesehen, dass dieser immer mit den angesprochenen Vorteilen aufgewogen werden sollte, ist unsere bisherige Erfahrung recht positiv. Wie mit anderen Dingen im Leben auch geht es mit ein wenig Übung gleich schneller.

Ein Blogbeitrag kann und sollte nie ein „kleiner Zeitschriftenaufsatz“ sein wollen. Man kann nicht einfach einen neuen Aufsatz zusammenfassen, die Sprache und den Aufbau aber im Wesentlichen unverändert lassen. Literaturüberblicke ihrer selbst willen sind genauso fehl am Platze wie (übermäßig) formelle Sprache. Stattdessen kann gerade die notwendige Kürze, Prägnanz und Zuspitzung eines Blogbeitrags sich positiv auf den sonstigen wissenschaftlichen Schreibstil ausüben. Selbst passende Photos zu finden für einen Blogaufsatz kann dazu beitragen, sich auf die wesentliche Botschaft zu konzentrieren.

Berichte, Besprechungen, Kommentare und kurze Essays (siehe unten) für einen Blogbeitrag entstehen idealerweise aus aktuellem Anlass: eine Veröffentlichung, eine Tagung, eine öffentliche Debatte – oder der Mangel einer wissenschaftlichen Perspektive. Ein Blogbeitrag kann nie ein Thema umfassend beleuchten oder alle Evidenz und Theorien abwägen – er kann jedoch auf Widersprüche in Argumenten, Perspektiven bisher nicht beachteter Theoriestränge, oder Ideen für weitere Forschung hinweisen.

Beim Blog Junge UN-Forschung haben wir eine kollektive Redaktion, wobei wir die Zuständigkeit für die Einwerbung oder das Verfassen neuer Beiträge monatlich rotieren. Das eher bescheidene Ziel, jeden Monat mindestens einen Beitrag zu veröffentlichen, lässt sich recht gut mit unseren begrenzten Kapazitäten vereinbaren. Individuelle Beiträge kommentieren und editieren wir ebenfalls gemeinschaftlich. Bereits durch diese Aufteilung und unseren jeweiligen fachlichen Hintergründe stellen wir eine gewisse Interdisziplinarität sicher.

Unterschiedliche Textformate

Hinsichtlich verschiedener Textformate experimentieren wir noch etwas herum (auch das ist gut mit einem Blog möglich). Besprechungen von Büchern, Tagungen des DGVN-Forschungsrats oder anderen Veranstaltungen mit UN-Bezug gehören mittlerweile zu unserem festen Programm. Nach Möglichkeit versuchen wir dabei nicht einfach, die jeweilige Tagung (oder den Text) zusammenzufassen, sondern Querverweise zu wissenschaftlichen Ansätzen und Perspektiven zu liefern. Beispielsweise habe ich mal in einer Ausstellungsrezension ein paar Ideen formuliert, wie sich die Bedeutung von Kunst bei den Vereinten Nationen politikwissenschaftlich näher erforschen ließe.

Genauso sind Meinungsartikel (bei uns: Kommentare) aus der jeweiligen Sicht des Autors ein gutes Textformat für den Blog. Die schnelle Veröffentlichung ermöglicht es, sehr aktuell zu sein, gleichzeitig jedoch, speziell für ein Publikum mit dem Interesse Vereinten Nationen zu schreiben. Wen würde sonst eine Einschätzung eines neuen Expertengremiums des Generalsekretärs interessieren?

Blogging eignet sich ebenfalls sehr gut, um direkt von einer Konferenz kurze Berichte, Interviews und Statements abzusetzen, bzw. dort besprochene Themen in kurzem zeitlichen Abstand aufzunehmen. So haben wir vom Festakt des Auswärtigen Amtes und der DGVN-Fachtagung letztes Jahr zu „40 Jahre deutsche Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen“ eine ganze Reihe von Blogbeiträgen geschrieben. Dieses „Live-Blogging“ sollte die Diskussion online weiter tragen und Interessierten zugänglich machten, die nicht dabei sein konnten. Hier haben wir auch erstmals Kurzinterviews mit Teilnehmern der Tagung geführt, die eine sehr gute Möglichkeit bieten kurze und prägnante Statements einzufangen und einen persönlicheren Einblick bieten. Kurzinterviews führen wir seitdem je nach Möglichkeit und Anlass, wie z.B. über das „High Level Meeting on Disability and Development“.

Zuletzt haben wir auch noch die Kategorie „Essay“, die als kurzer Aufsatz zu einem Thema der UN-Forschung gedacht ist, z.B. eine kurze Einführung in die Arbeit der ILO anhand des damals aktuellen Beispiels des Zusammensturzes der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesh. In diese Kategorie fallen überdurchschnittlich viele Gastbeiträge.

Und liest das überhaupt jemand?

Jeden Tag strömen immer mehr Informationen auf uns ein und wir haben eine stetig wachsende Auswahl von Online-Angeboten. Sich eine Leserschaft zu erarbeiten, ist da eine besondere Herausforderung. Während unsere Zugriffszahlen alles andere als spektakulär sind, gibt es doch ein paar Beispiele dafür, dass unsere Beiträge durchaus interessierte Leser_innen erreichen. So fand der Verlag die Besprechung eines aktuellen Lehrbuchs einer Kollegin so gut, um diese jetzt für die Bewerbung des Buchs zu nutzen. Ich wurde mehrfach von Lesern auf bestimmte Beiträge angesprochen (auch wenn sich dies leider nicht in Kommentaren niederschlug), in der Regel, weil diese über soziale Medien (Facebook, Twitter) davon erfahren hatten und mich persönlich kannten. Die Krönung war aber sicherlich, das Zitat in einem Aufsatz in der angesehen Zeitschrift Global Governance, das ich per Zufall entdeckte und das sich auf einen Veranstaltungsbericht von mir aus Indien bezieht.

Die Zugriffszahlen der Blogbeiträge zeigen, dass solche Artikel, die etwas Neues oder wenig Bekanntes behandeln, häufiger angeklickt werden. Veranstaltungsbesprechungen von Fachtagungen im In- und Ausland oder Kommentare, die eine neue theoretische, empirische oder fachliche Perspektive einbringen, stechen hier hervor. Der beliebteste Beitrag bei uns war die bereits erwähnte Ausstellungsrezension, gefolgt von dem Veranstaltungsbericht aus Indien und verschiedenen Beiträgen und Interviews von der DGVN-Fachtagung letztes Jahr. Auf diese Weise kann ein schnell geschriebener Blogbeitrag Einiges zur Verbreitung der eigenen Forschung beitragen und spannende Debatten anregen, die sonst nicht zustande kommen würden.

Bündiges Orientierungswissen zu den Vereinten Nationen

Rezension – Gareis, Sven Bernhard/Varwick, Johannes 2014: Die Vereinten Nationen: Aufgaben, Instrumente und Reformen, 5. vollst. überarb. u. aktual. Aufl., Barbara Budrich: Opladen/Toronto, UTB-Bandnr. 8328, ISBN 978-3-8252-8573-9, 428 S., 19,99 EUR.

von Carolin Anthes

Der Sparte Lehrbuch haftet in Zeiten der ausdifferenzierten Debattenkultur unserer Disziplin fast schon etwas zweifelhaft Anachronistisches an. Sie erweckt den Anschein als gäbe es einen fest und zudem objektiv umreißbaren Wissens-, Methoden-, und Theoriebestand, der Studierenden wohldosiert und unproblematisch verabreicht werden könne. Was hier überspitzt formuliert wird, verliert da an Schlagkraft, wo Lehrbuchautor_innen (selbst-)reflektiert an die Sache herangehen und deutlich machen, dass jede Strukturierung und Auslassung per se schon selektiv ist und kein objektiver Wissensbestand oder gar ein letztgültiges Deutungsmuster unterbreitet werden soll. Gerade aufgrund der überbordenden Vielfalt und Dichte dürsten v.a. Einsteiger_innen in die Disziplin verständlicherweise nach Inseln der Orientierung in der schieren Flut der Informationsmenge.

So hat sich das Lehr- und Studienbuch „Die Vereinten Nationen: Aufgaben, Instrumente und Reformen“ von Sven Bernhard Gareis und Johannes Varwick mittlerweile als Standardwerk in jeder ernst zu nehmenden politikwissenschaftlichen Bibliothek des deutschen Sprachraums zum Thema UN etablieren können. Anfang des Jahres ist mit der 5. Auflage eine vollständig überarbeitete und aktualisierte Fassung vorgelegt worden, die nach einem kritisch-würdigenden Blick verlangt.

Die Zielsetzung ist so klar wie der Inhalt strukturiert: Das Werk „will in gewohnter Weise in die zentralen Tätigkeitsfelder der Vereinten Nationen einführen, ihre Reformperspektiven bewerten und die Rolle der Weltorganisation in der internationalen Politik diskutieren“, wofür es an neue Entwicklungen in den Vereinten Nationen sowie in der internationalen Politik angepasst wurde (Vorwort).

Beibehalten wurde die Gliederung der 4. Auflage. Im einführenden Teil A „Die Vereinten Nationen zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ geben die Autoren einen konzisen Überblick über das System der UN, ihre Geschichte, Kernnormen der Charta, Hauptorgane und -akteure. Zudem führen sie in zentrale politikwissenschaftliche Analysekategorien und Theorieansätze zu internationalen Organisationen ein. Ein Abschnitt der notgedrungen nur an der  Oberfläche des state of the art zu kratzen vermag, aber der Leserschaft immerhin eine Idee von Werkzeugen zur wissenschaftlichen Durchdringung der Materie vermittelt. Allerdings ist fraglich, ob z.B. die vielfältigen konstruktivistischen Ansätze in den Internationalen Beziehungen unter der Kategorie „konstruktivistische Schule“ gefasst werden sollten, hier fehlt der Platz für Problembewusstsein, was paradigmatisch den Nachteil eines solch kurzen Überblicksabschnittes verdeutlicht.

Teil B widmet sich dem „Instrumentarium im Bereich der Friedenssicherung“. Das zentrale Prinzip der kollektiven Sicherheit wird mitsamt seiner normativen Grundlagen, historischem Kontext sowie offenkundigen Problemzonen, wie z.B. die Selektivität und mangelnde Legitimität des Sicherheitsrates als Gewaltlegitimationsinstanz, vorgestellt. In einem zweiten Abschnitt nehmen die Autoren die sich wandelnde Praxis der UN-Friedenssicherung von ihren Anfängen bis heute in den Blick und mit ihr auch zentrale Entwicklungen des weltweiten Kriegsgeschehens. Neben einer gründlichen Darstellung der Debatte zu den verschiedenen „Generationen“ der Friedenssicherung im UN-Rahmen finden hier u.a. auch die Bereiche Rüstungskontrolle, Prävention und der globale Terrorismus Berücksichtigung. Das eigenständige Kapitel zum Irak-Krieg von 2003 aus der 4. Auflage wurde fallen gelassen, hinzu kam ein Abschnitt zur neu geschaffenen Kommission für Friedenskonsolidierung.

Teil C stellt mit dem Menschenrechtsschutz das Instrumentarium eines weiteren großen Tätigkeitsfeldes der UN vor. Normative Entwicklung, Kodifizierung und Ausgestaltung werden angefangen bei der UN-Charta und der internationalen Menschenrechtscharta (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Zivil- und Sozialpakt) thematisiert. Die verschiedenen Normbereiche, zugehörige Konventionen, Vertragsorgane und Verfahren werden skizziert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem neu gegründeten Menschenrechtsrat und dem Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) in Genf. Neben einer recht ausführlichen Diskussion zur internationalen Strafgerichtsbarkeit legen die Autoren ihr Augenmerk auf neuere Entwicklungen zur internationalen Schutzverantwortung (Responsibility to Protect, R2P) und ziehen eine vorläufige Bilanz.

Teil D wendet sich schließlich dem Instrumentarium in den Feldern Wirtschaft, Entwicklung und Umwelt zu. Auch hier bleibt die inhaltliche Struktur erhalten: Nord-Süd-Thematik, Grundgerüst der UN-Entwicklungszusammenarbeit und Millenniumentwicklungsziele werden genauso behandelt wie z.B. Flüchtlingsschutz, humanitäre Hilfe, Bevölkerungsfragen und Umwelt- sowie Klimapolitik.

Teil E „Reform und Neuorientierung der Vereinten Nationen“ greift die bekannten und weniger bekannten Reformdiskussionen auf, neben institutionellen Reformdebatten, z.B. den Sicherheitsrat und das Management betreffend, thematisieren die Autoren Diskussionen im Bereich des Völkerrechts und vertiefen Reformansätze in den Sparten Friedenssicherung, Menschenrechtsschutz und Wirtschaft, Entwicklung, Umwelt. Die Autoren beweisen eindrucksvoll, dass es an hartnäckigem Reformbedarf jedenfalls nicht mangelt und sich „UN-Reform“ als mühsamer, langfristiger aber unabdingbarer Prozess darstellt. Neu hinzugekommen sind hier der R2P-Diskurs, die post-2015 Debatte zu neuen Entwicklungs- bzw. Nachhaltigkeitszielen sowie Tendenzen zur Club Governance. Der Ausblick und die Thesen zur Zukunft der Vereinten Nationen spitzen bewusst zu und eignen sich gerade wegen ihres spekulativen Charakters zum Diskussionseinstieg.

Offenbar hat sich das Modell der vorangegangenen Auflagen bewährt und der Inhalt wurde im Vergleich zwar aktualisiert aber wohl kaum „vollständig überarbeitet“. Dies äußert sich an manchen Stellen negativ, wo neuere Entwicklungen nicht ganz stolperfrei in den alten Argumentationsgang eingepflegt wurden. So wirkt das Anführen des neuen Organs UN Women unter der Rubrik „Bevölkerungsfragen“ seltsam deplatziert (S. 278), wenngleich die Autoren im Reformteil E noch einmal kurz auf das Organ zu sprechen kommen. Auch die treffenden Überlegungen zu Tendenzen der Club Governance könnten sich schlüssiger in den vorhandenen Abschnitt zur Global Governance, der ohnehin von einigen Redundanzen geprägt ist, einfügen (ab. S. 345).

Im Teil C zum Menschenrechtsschutz, den ich hier herausgreifen will, ist der starke Fokus auf humanitäre Interventionen und die R2P im Bereich „Neuere Ansätze und Perspektiven“ zwar verständlich und auch begrüßenswert, da die sich hierum spinnenden Debatten tatsächlich wie kaum ein anderes Thema die Vereinten Nationen in den letzten Jahren beschäftigt haben, allerdings geht dies auf Kosten ebenfalls wichtiger Entwicklungen im globalen Menschenrechtsbereich. So z.B. die erstarkende Debatte um extraterritoriale Staatenpflichten (ETOs) oder Menschenrechtspflichten von Unternehmen („Protect, Respect and Remedy Framework“, auch bekannt als „Ruggie Framework“), die auch im kurzen Abschnitt zum Global Compact (Teil A, S. 61) nicht erwähnt werden. Auch bin ich verhaltener, was die Prognose der Autoren, die Phase des standard setting und der Kodifikation nähere sich ihrem Ende (S. 204), anbelangt. Seit einigen Jahren werden Anstrengungen unternommen um z.B. ein Menschenrecht auf Land oder aber Menschenrechte älterer Personen auszugestalten und zu kodifizieren – die Normsetzungsaktivitäten sind hier in vollem Gange. Überdies hat sich die Verankerung der Menschenrechte als Querschnittsaufgabe (human rights mainstreaming) bereits über einen Reformvorschlag (S. 327) hinausentwickelt. So schuf die UN Development Group 2009 einen Mechanismus (UNDG Human Rights Mainstreaming Mechanism), der sich dieser Aufgabe im Entwicklungsbereich widmet und der Menschenrechtsrat hat das Thema jährlich in Form eines High-level Panels auf der Agenda. Allerdings leuchtet es ein, dass Auslassungen durch Prioritätensetzung in einem solchen Überblicksband kaum zu vermeiden sind. Hierdurch vorgenommene Gewichtungen müssen aber dennoch kritisch geprüft und diskutiert werden, gerade auch aufgrund des „Lehrbuchanspruches“ und der breiten Rezeption des Werkes.

Dabei muss den beiden Autoren zugute gehalten werden, dass die analysierende, einordnende und wertende Autorenstimme klar sichtbar ist und die Leser_innen sich hierzu positionieren können und sollen. Das Werk liefert somit weitaus mehr als eine „deskriptive“ Darstellung der Arbeit der Vereinten Nationen und erfüllt somit die selbst gesteckten Ziele. Zudem führt es in den wissenschaftlichen Diskurs zu den Vereinten Nationen ein und zahlreiche weitere Forscher_innen kommen selbst zu Wort. Insgesamt gelingt es den Autoren, ein differenziertes und leicht verständliches Bild der heterogenen „UN-Familie“ und ihrer historischen sowie gegenwärtigen Herausforderungen zu zeichnen. Sie werden hierbei auch nicht müde, immer wieder auf einen wichtigen Punkt aufmerksam zu machen: Ebenso wenig wie es „die“ UN gibt, darf bei allem UN bashing niemals vergessen werden,  dass die Vereinten Nationen als intergouvernementale Organisation maßgeblich vom politischen Willen und Engagement der Mitgliedstaaten abhängig ist und bleibt. Dies zu unterschlagen verzerre zu Unrecht das Bild der Handlungsmacht der Weltorganisation, die nur „so weit agieren [könne], wie es die sie tragenden Staaten nach Abwägung der eigenen Interessen gestatten.“ (S. 295) Das Werk versteht es, das Interesse für die Vereinten Nationen und deren differenzierte, historisch informierte Bewertung zu wecken und animiert zum Weiterlesen und -denken. Zu Recht hat es sich einen zentralen Platz im Bereich der Einführungsliteratur der UN Studies erarbeitet, Studierende und Interessierte werden auch weiterhin von der Lektüre und den angebotenen Inseln der Orientierung profitieren.

In einer wissenschaftlichen Diskussion konstatierte kürzlich der renommierte Völkerrechtler Martti Koskenniemi leidenschaftlich-lapidar: „I don’t believe in the United Nations!“ (Vortrag am 11. Juni 2014 an der Goethe-Universität Frankfurt). Ich bin überzeugt davon, dass Gareis’ und Varwicks Werk es den Leser_innen schwer machen wird, ein solch pauschales und defätistisches Urteil zu fällen. Was könnten ernst zu nehmende Lehrbuchautoren mehr wollen?

4. UN-Forschungskolloquium

Fragmentierung und Kohärenz im System der Vereinten Nationen – zwei Seiten einer Medaille?

Vom 9. bis 11. Mai 2014 fand das 4. UN-Forschungskolloquium in Bonn unter dem Oberthema Fragmentierung und Kohärenz im System der Vereinten Nationenin Kooperation mit dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) statt. Dieser Themenwahl lag die Beobachtung zu Grunde, dass sich die Global Governance-Architektur hinsichtlich ihrer Normen, der beteiligten Institutionen und Akteure sowie der politischen Ziele zunehmend ausdifferenziert. 

Im Kolloquium diskutierten mehr als fünfundzwanzig Teilnehmer_innen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen die Ursachen, Effekte und politischen sowie normativen Implikationen, die aus Kohärenzbemühungen und Fragmentierungsprozessen resultieren. Teil des Programms war zudem ein Besuch des UN-Campus in Bonn, eine Keynote Speech von Dr. Stephan Klingebiel, Leiter der Abteilung bi- und multilaterale Entwicklungspolitik des DIE, sowie die Verleihung des DGVN-Dissertationspreises mit Diskussionsrunde im Alten Rathaus Bonn.

Gruppenphoto FK2014

Kohärenz vs. Fragmentierung

In der disziplinübergreifenden Diskussion hat sich schnell gezeigt, dass die mit diesen Begriffen oft implizit verbundenen positiven und negativen Konnotationen so nicht Bestand haben. Im Gegenteil – das Zusammenwirken verschiedener Akteure und Institutionen zur Erreichung gemeinsamer, übergeordneter Ziele kann auch aus Prozessen der Differenzierung resultieren, in welchen die Sichtbarkeit der Akteure gestärkt wird. Fragmentierungs- und Kohärenzprozesse auf Ebene der Akteure, Normen und Ziele bedingen sich gegenseitig. Daher können Kohärenzdefizite sowohl Fragmentierung kennzeichnen, als auch als deren Ursache gelten. Als Reaktionen auf unzureichende Strukturen kann es sich bei Fragmentierungsprozessen  um Regelfindungsprozesse handeln.

Welche Konsequenzen resultieren aus Fragmentierung?

Die Konsequenzen dieser Prozesse sind ambivalent. Zum einen können sowohl Synergien als auch Kooperationen entstehen und Flexibilität befördert werden. Zum anderen ist damit ein Anstieg des Koordinationsbedarfs als auch der Transaktionskosten verbunden. Somit kann sowohl Inklusivität, im Sinne einer größeren Beteiligung von Akteuren, befördert werden, die aber gleichzeitig auch zu einer Marginalisierung anderer Akteure führen kann. Auf Ebene der Inhalte wird das Mainstreaming von Themen im Bereich der politischen Ziele der VN im Besonderen im Kontext der Post-2015 Debatte sichtbar – mit all seinen Herausforderungen.

Wie umgehen mit Fragmentierung?

Standardisierung, Umbau durch Aufgabenerweiterung, eine Stärkung des Subsidiaritätsprinzips oder Embracing Pluralism?– diese Möglichkeiten des Umgangs mit Fragmentierung konnten wir aus den Papieren extrahieren. Es wurde aber vor allem deutlich, dass es einer breiteren theoretischen Unterfütterung bedarf, um Fragmentierung und Kohärenz im System der Vereinten Nationen erfassen und analysieren zu können.

Die drei Tage der intensiven Diskussion haben nicht zu einer vollständigen Klärung oder umfassenden Definition beider Begriffe beigetragen. Dafür haben sie uns einen neuen Blick, neue Perspektiven und vor allem neue Zugänge zur ihrer weiteren Analyse eröffnet. Genau dieser reflektierte, interdisziplinärere Austausch ist es, der das UN-Forschungskolloquium zu einem besonderen und inspirierenden Ort für Nachwuchswissenschaftler_innen macht. Wir freuen uns auf das 5. UN-Forschungskolloquium im nächsten Jahr!

Missing perspective: Art at the United Nations

Mural by Peter Krogh in the UN Security Council Chamber, (c) UN Photo/Lois Conner

Mural by Peter Krogh in the UN Security Council Chamber, (c) UN Photo/Lois Conner

Anyone who visits the United Nations headquarters in New York, is immediately immersed in the great variety of artworks on display on the premises. Many are gifts of member states, others personal ones by individual artists and some have even been collected by the organisation itself. Per Krogh’s famous mural in the Security Council chamber, Picasso’s Guernica or Chagall’s stained glass window are just a few examples. Pieces of art are strewn all over the premises not just in New York, but at all UN stations, from Geneva to Tokyo, from Vienna to Nairobi. Frequently, they carry a strong political message underlining the donor’s or the artist’s idea for the improvement of its work. Astonishingly, however, the UN has treated them with little care, and social scientific research has largely ignored its existence.

A recent exhibition in Berlin provided a new perspective to this issue, with modern artists’ works inspired by and associated with the work of the United Nations. “United Nations revisited – artistic interventions in political space” was a small, conceptual exhibition with only a few original artworks actually present in the two-room “Galerie M” in peripheral Berlin-Marzahn. Among the exhibits were Abbas Akhavan “Study for a Blue Shield”, a large reproduction of the blue shield that is used to protect cultural heritage, or Marina Abramović’ video installation “Count on us.”

Replica Guernica tapestry by Picasso at the UN, (c) UN Photo/Eskinder Debebe

Replica Guernica tapestry by Picasso at the UN, (c) UN Photo/Eskinder Debebe

The main exhibit that one adjacent room had been fully dedicated to, was Alfred Banze’s project “H-O-P-E.” For this, he had travelled in Southeast-Asia, the DR Congo and Europe with a copy of Per Krogh’s mural from the Security Council chamber, asking local art students to produce short video clips inspired by the piece of art or the UN in general. The finissage of the exhibition brought him together with the curator Signe Theill, who discussed his journey and some of the more than seventy clips Banze later integrated in a digital version of the mural. The contributions differ widely in quality and message; quite a few are very critical of the United Nations’ work. One video from Kinshasa, for example, shows two men getting into a fight and ostensibly being killed by gunfire, while a sun-glasses wearing lady with UN blue helmed looks the other way.

As this example shows, art associated with the United Nations is frequently highly political. Being an intergovernmental organisation, where member states meet to discuss the issues of the world, this does not, of course, come as a surprise. Especially those hundreds of pieces of arts that member states gifted to the UN carry important messages, many related to peace and international cooperation. There is, for example, the bronze sculpture “Let Us Beat Our Swords into Ploughshares,“ that the Soviet Union gave in 1959 to the United Nations. It seems quite extraordinary that the deeply atheist Soviet government would gift a sculpture entitled by a biblical verse. Or think about Iraq’s gift of a replica of the stele of Hammurabi in 1977: an autocratic regime presenting a symbol for the rule of law. Member states take the power of these symbols seriously, as evidenced by the infamous incident in 2003, when the UN covered its replica of Picasso’s Guernica, a strong symbol against war. Colin Powell was to hold its presentation on Iraq’s alleged possession of weapons of mass destruction in the Security Council and stand for a few questions regarding the possibility of US intervention outside the chamber, in front of the mural.

As these examples testify, the artworks situated at the UN premises are worthy of much more attention, including by critical scholars. It seems odd that even the UN did not really take care of its art collection, with no single officer tasked to look over it. When it started the renovation of the New York buildings a few years ago, it discovered that it had lost a number of artworks. It’s not enough if news reports focus on the cost of new installations, as for example the cave-like ceiling decoration gifted by Spain to the United Nations in Geneva for the Human Rights Council chamber. Instead, social scientists should shine some light on the implications and meaning-makings at work. Member states try to form their international identity in physically lasting representations, diplomats discuss issues of global governance in front of (or beneath) powerful symbolic messages. Possible analyses could thus focus on critical examinations of the messages implicit to many artworks in comparison with the UN policies of the respective member states. Another focus could be on the kind of issue-areas, specific policies and notions for international cooperation that these pieces of art represent and how these compare with the stated goals of the United Nations.

The Importance of Debate

WFUNA/IFUNA Conference “R2P: What next?” in New Delhi

Panelists and IFUNA members after the conference, (c) Gerrit Kurtz.

The public debate on the responsibility to protect civilians from mass atrocity crimes (R2P) has largely been confined to academics and policy circles in Western countries. This enhanced the frequent perception among developing countries of R2P as a concept from Europe and the United States. My research on India’s foreign policy on R2P confirms this impression so far. For this reason, the World Federation of United Nations Associations (WFUNA) has decided to organize outreach and awareness raising events for R2P as a concept around the world. Previous seminars have been held in Beijing, Caracas and Nairobi. On 8 October 2012, New Delhi was the next destination under the headline “R2P: What next?”. The conference was organized in cooperation with the Indian Federation of United Nations Associations (IFUNA).

In four panels, the main elements, challenges and concerns regarding R2P were presented by an illustrious number of panelists, both from India and from abroad. While some diplomats delivered official views, most stressed that their comments were made only in a private capacity, giving the audience an insider view with background information about R2P. Although no presentation focused explicitly on any specific case, the recent events in Libya and Syria, and even more the interventions in Afghanistan and Iraq were close on many people’s mind, both on the rostrum and in the audience.

After an introduction into the genesis and main elements of R2P by Laura Spano, the R2P program officer of WFUNA, Ana Paula Kobe from the Brazilian embassy presented her country’s views on the topic, focusing on the still recent Brazilian proposal of a responsibility while protecting (RWP). She recalled the main elements from the concept note Brazil submitted to the UN in November 2011, stressing that the use of force for protection purposes may cause unintentional harm and destabilize societies, which is why it should only be used as a last resort. Crucially, she stressed Brazil’s intention to spark a genuine collective debate on R2P and RWP, which should evolve together. While a number of European countries have confronted the concept with skepticism, seeing it as an attempt to delay urgent action if needed, she emphasized that this dialogue should not be seen as “an evaluation of anyone’s actions”, implicitly referring to the intervention in Libya. When pressed to provide more details both on the idea of criteria for Security Council (SC) decisions on the use of force and of greater accountability during the use of force, she declined to give more specifics. RWP is “not a ready-made concept”, she said, rather an impulse for debate. Nevertheless, she gave a small hint concerning Brazil’s intentions regarding the proposal, which should “guide us to a new multi-polar order based on dialogue and cooperation.”

Focus on the critique of R2P

Most of the following panelists and members from the audience focused their interventions on the critique of R2P. Former Indian ambassador Kishan Rana saidIndiahad been cautious and remained cautious, as “lofty international principles” were often applied selectively. R2P was measured by its application, he continued, and in Libya, NATO and allied forces had clearly exceeded their mandate.

Ambassador Deepak Bhojwani, recently retired Indian ambassador to Cuba, Colombia and Venezuela, agreed that selectivity had to be avoided. The use of force had often effectively prolonged conflicts instead of alleviating suffering, while international criminal law needed to be applied universally. Those who were responsible for the killing of 100,000 Iraqis (read: the US and allied forces) were also guilty, but “they will never be punished”. Similarly, if the SC referred a situation to the International Criminal Court (ICC), it must not exempt its members intervening on its behalf (as it did in the case of Libya).

The Libyan case had shown how the “likely misuse” of the concept of R2P for the purpose of regime change was an issue of ongoing debate, the message by the Indian permanent representative to the UN in New York, Hardeep Singh Puri, read. Mr. Rana underscored this sentiment by calling the third pillar of R2P, which allows coercive measures including military intervention with SC approval, as being tantamount to “hitting people on the head.”

Takeshi Osuga, political minister at the Japanese embassy and previously working for his country’s permanent mission to the UN in New York, developed his criticism in a different direction. While the emphasis on prevention in the concept’s promoters’ discourse was welcome, it was questionable whether the talk about general measures for prevention including development aid, human rights and democracy promotion to be discussed under the R2P heading had any added value. Those policy measures could also be discussed, perhaps more successfully, one might add, under different headings.

Ambassador Prasad, the High Commissioner of Sri Lanka to India, added a whole number of substantial criticisms against the concept. More specifically, he uttered four concerns: early warning might be politicized by exaggerated media reports, the SC lacked adequate authority without expanded membership and monitoring by the General Assembly, interventions might be misused for political purposes, and R2P operations might drain resources from other important programmes. Coercive operations always entail compromises, and are never equipped with enough resources. He rejected some critique’s charge that R2P “legalizes that what used to be illegal”, because of the possibility of chapter seven interventions as stipulated by the UN Charter.

Both on the rostrum and in the audience, there was a strong focus on the notion of sovereignty as weapon of the weak against the powerful, fitting to a post-colonial state. India, the journalist Jyoti Malhotra argued, was preoccupied with the denial of foreign interference in Kashmir and the Northeast or avoided engagement because of internal riots such as those in Gujarat in 2002. (Just recently at the general debate, India and Pakistan quarreled very publicly about the status of Kashmir.)

India and R2P

Mr. Sheshadri Chari from the Institute for National Security Studies and Research showed how India had been practicing R2P long before the concept came into being, as it intervened in then East Pakistan (today Bangladesh) in 1971 “in response to genocide” and a massive refugee crisis. (The secretary-general of IFUNA later added that India’s intervention in Sri Lanka in 1987-1990 had to be seen in the same light). He declared China’s occupation of Tibet and subsequent policy as “cultural cleansing“ and “genocide”, which is also the official line used by the Tibetan government in exile in India, including by the Dalai Lama. Moreover, he proposed there should be “pillars 2a, b, c” as diplomatic and political engagements to assist states in their responsibility to protect civilians could be codified. This would all fit in well with the centuries-old Hindu vision of Vasudhaiba Kutumbakam, or “the world is a family”, where there exists a “collective responsibility to protect each other”.

Former Indian ambassador Kishan Rana agreed that India should embrace R2P and keep engaged in the dialogue, while making its reservations heard. While France and others demanded R2P action, as the Burmese government did not take appropriate action after cyclone Nargil hit Myanmar, India’s engagement approach has, after all, proved successful. Ms. Malhotra tried to extend the scope of R2P, when she demanded that India also had a responsibility to protect Maldevians from the resurfacing of autocratic structures (this extension of R2P was later contested by a member of the audience). Countries from South Asia looked to India for assistance in “great hours of need.” This was also the case in Sri Lanka, where there was “ethnic cleansing, some people say there was genocide”.

The answer: UN reform

Almost all panelists as well as members of the audience made out one “crux”, as ambassador Prasad put it, “the democratization of global governance institutions”, in particular the SC. Mr. Osuga, true to the spirit of the G4-Initiative (by India, Brazil, Japan and Germany, the last of which that was not represented officially at the conference), reiterated this demand and also related it to the reform of the SC’s working methods including the use of the veto in R2P situations. Others called for a universal and “judicious” implementation of the R2P principles, in line with the Brazilian proposal, without giving more details, however.

The discussion throughout the day came back to a number of key issues that apparently occupy the minds of Indian elites. Sovereignty was the only defense shield of weaker nations against the imperial intentions by the major powers, how could it be qualified? If lofty ideals such as democracy, human rights or the R2P are only ever applied selectively, how can they ever be successful? The responsibility to protect, one member of the audience claimed, should be defined as “responsibility to protect against the misuse of power”. Speakers frequently referred to the conflicts in Iraq, Afghanistan or Palestine, displaying a deep-seating sense of anxiety about potential American hegemony without accountability.

While it is true that international justice needs to be universal, the promoters of R2P have always argued that action by the international community should not be held hostage by it. While it might not be possible to intervene everywhere, it was still right to protect civilians whenever possible. Furthermore, it seems to be rather questionable whether an SC with an expanded membership would be able to deal more effectively with crisis situations, as long as its working methods remain unchanged. This year’s failure of the S5 initiative was a particular disappointment in this regard.

It became apparent, however, that even among this audience of people active in UN Associations across India, students and policy elites, the concept of R2P was hardly known and understood. Debates like those during the conference should thus provide a crucial stepping-stone in establishing a more substantial foundation for a genuine public debate about these issues in India and beyond.