CfP: UN-Forschungskolloquium: Verantwortung und Verantwortlichkeit in den Vereinten Nationen

17.-19. April 2015 am Institut für Entwicklung und Frieden,

Universität Duisburg-Essen

 

Veranstalter: AG Junge UN-Forschung in der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN)

Keynote: Dr. Cornelia Ulbert, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Instituts für Entwicklung und Frieden

 

Deadline für Abstracts: 28. Februar 2015

Deadline für Papiere: 1. April 2015

Deadline für Anmeldungen: 6. April 2015

Das Kolloquium steht allen interessierten Teilnehmer_innen offen, auch ohne eigenen Beitrag.

 

Themenstellung

Verantwortung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem normativen Leitbegriff in den Vereinten Nationen entwickelt. 1992 schrieben die Mitgliedstaaten beim Rio-Gipfel das Prinzip der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung fest, das bis heute die Verhandlungen zu Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung prägt. 2005 bekannten sie sich zur Idee der Schutzverantwortung (Responsibility to Protect, R2P), um Menschen vor Völkermord und anderen Gräueltaten zu schützen. Und 2011 verabschiedete der UN-Menschenrechtsrat Leitprinzipien, welche die soziale und menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen festschreiben.

Zugleich verbreiten sich Mechanismen, welche die rechtliche oder politische Verantwortlichkeit (accountability) der Mitgliedsstaaten oder des UN-Systems zu sichern suchen. Nach einer Reihe von Skandalen sollen UN-Blauhelme stärker für Straftaten verfolgt werden können, im Rahmen der Post-2015 Entwicklungsagenda sollen Zielvorgaben festgelegt werden, gegenüber denen alle Mitgliedsstaaten Rechenschaft ablegen sollen, und das UN-Sekretariat hat sich vorgenommen, das System effektiver aufzustellen, um Menschenrechtsverletzungen frühzeitig zu erkennen und ihre Einhaltung kohärent einzufordern („Human Rights up Front“).

Das 5. UN-Forschungskolloquium möchte diese Diskussionen von Verantwortung und Verantwortlichkeit in verschiedenen Bereichen der Vereinten Nationen in den Blick nehmen. Mögliche Fragestellungen können sein:

  • Wie wird Verantwortung in verschiedenen Arbeitsbereichen der Vereinten Nationen ausgehandelt und praktiziert? Was sind die strukturellen Grundlagen von Verantwortung?
  • Welche Mechanismen von Verantwortlichkeit gibt es, wie lassen sich diese ausgestalten? Wie lässt sich die rechtliche oder politische Verantwortlichkeit auf globaler Ebene effektiv einfordern (compliance)?
  • Welche Konsequenzen hat die zunehmende Bedeutung von „Verantwortung“ für Global Governance? Erleben wir eine „Moralisierung“ der Vereinten Nationen?
  • Welche Akteure sind an der Aushandlung von Verantwortungsbereichen und Verantwortlichkeitsmechanismen beteiligt? Wie erfolgt diese Aushandlung in verschiedenen Foren?

 

Um das interdisziplinäre Gespräch zu ermöglichen, ermuntern wir dazu, das eigene Verständnis der Begriffe „Verantwortung“, „Verantwortlichkeit“ und verwandter Konzepte im eigenen Papier explizit zu machen.

Organisatorischer Rahmen des Kolloquiums

Das 5. UN-Forschungskolloquium wird von den Mitgliedern der Nachwuchsgruppe Junge UN-Forschung in der DGVN organisiert, deren Mitglieder aus den Fachbereichen Völkerrecht, Internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik und Soziologie kommen, und Nachwuchswissenschaftler_innen und Studierende aller Fachrichtungen willkommen heisst. Das Kolloquium bietet die Gelegenheit, Forschungs- und Studienarbeiten aus dem Bereich der Vereinten Nationen vorzustellen und zu diskutieren. Als besonders anregend hat sich erwiesen, dass die eingereichten Paper von Diskutant_innen vorgestellt werden und der jeweilige Beitrag im Anschluss intensiv diskutiert wird. Durch den interdisziplinären Blick werden gängige Definitionen hinterfragt und empirische Probleme neu betrachtet.

 

Autor_innen melden sich bitte bis zum 28. Februar 2015 mit einem Abstract (ca. 200-300 Wörter) zum Oberthema (oder einem verwandten Thema der UN-Forschung) an. Eine Zusage erfolgt bis zum 7. März 2015. Die Frist für Einreichung der fertigen Papiere (max. 5.000 Wörter) ist der 1. April 2015. Weitere interessierte Teilnehmer_innen können sich bis zum 6. April 2015 verbindlich auf unserer Webseite anmelden. Bei der Anmeldung geben bitte Autor_innen und Teilnehmer_innen an, ob sie die Rolle einer_s Diskutanten übernehmen möchten.

 

Einen Teilnahmebeitrag gibt es nicht, allerdings können wir auch keine Kosten für Anfahrt und Übernachtung übernehmen.

 

Weitere Informationen und das Anmeldeformular findet ihr hier: http://www.uno-forschung.de

 

Kontakt: info@uno-forschung.de und https://www.facebook.com/AGJungeUNForschung

 

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Über Gerrit Kurtz

Gerrit promoviert in War Studies am King's College London und ist non-resident Fellow beim Global Public Policy Institute (GPPi) in Berlin. Er hat Internationale Beziehungen, Volkswirtschaftslehre und Völkerrecht in Passau, Grenoble, Berlin und Potsdam studiert. Seine wichtigsten Forschungsfelder sind die Vereinten Nationen (Sicherheitsrat, Sanktionen), nicht-staatliche Gewaltakteure, Südasien, globale Normen und Diplomatie.

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